Wie Maschinen Musik machen, und wem sie gehört. Von der Illiac Suite (1957), der ersten computergenerierten Komposition, bis zu Suno, Udio und ElevenLabs Music im Jahr 2026: Die Geschichte der KI-Musikgeneratoren ist eine Geschichte atemberaubender technologischer Sprünge und zunehmend drängender Fragen an Recht, Ethik und Gesellschaft. Brigitte E. S. Jansen zeichnet diese Entwicklung in fünf Kapiteln nach. Der Bogen reicht von den algorithmischen Experimenten eines Lejaren Hiller und Iannis Xenakis über die Deep-Learning-Revolution der 2010er Jahre bis hin zu den heutigen Text-to-Music-Systemen, die aus einem einzigen Satz einen vollständigen Song mit Gesang erzeugen können. Die technischen Grundlagen, von neuronalen Netzen über Transformer-Architekturen bis zu VQ-VAE-Modellen, werden verständlich und ohne Fachjargon erklärt; ein umfangreiches Glossar unterstützt den Einstieg. Im Zentrum der Analyse steht die Frage, die die gesamte Musikindustrie bewegt: Wem gehört ein Song, den eine KI komponiert hat? Das Buch dokumentiert die Urheberrechtsdebatten und Klagen der Jahre 2023 bis 2026, von den 500-Millionen-Dollar-Klagen der RIAA gegen Suno und Udio bis zu den ersten Vergleichen und Lizenzvereinbarungen zwischen Warner Music Group und KI-Plattformen Ende 2025. Es analysiert die Position des US Copyright Office, die Rolle von Fair Use beim KI-Training und die Entstehung neuer Lizenzmodelle nach dem Opt-in-Prinzip. Darüber hinaus beleuchtet die Autorin die ethischen Dimensionen: den Bias in Trainingsdaten, der nicht-westliche Musik systematisch unterrepräsentiert, die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt für menschliche Musikerinnen und Musiker, die Frage, ob KI emotionale Tiefe erzeugen oder nur simulieren kann, und die wachsende Forderung nach Transparenz auf Streaming-Plattformen, wo Ende 2025 bereits 50.000 KI-generierte Songs täglich hochgeladen wurden. Diese aktualisierte 2. Auflage berücksichtigt alle Entwicklungen bis April 2026 und richtet sich an alle, die verstehen wollen, wie KI die Musik verändert, ob als Musikschaffende, Juristinnen, Technologieinteressierte oder kulturpolitisch Engagierte.